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  • frauweber

Das Dramadreieck oder die beleidigte Leberwurst

Aktualisiert: 14. Dez. 2023



Früher als Kinder haben wir jemanden, der beleidigt war, "Beleidigte Leberwurst" gerufen. Kennst du das noch? Keine Ahnung was das mit Leberwurst zu tun hat. Das ist auch eigentlich nicht mein Thema. Kennst du das Dramadreieck? Opfer-Täter-Retter. In meiner AromaExperten-Ausbildung und im Wilden Weiber Training gehe ich darauf näher ein, denn es ist sehr, sehr wichtig, dieses Dramadreieck zu verstehen. Wir hängen alle irdenwie da drin, in unterschiedlichsten Positionen.


Ein schönes Beispiel: Du kommst du spät zu einem Termin. Was sagst du? Auf wen schiebst du die Verantwortung? Sei ehrlich! Der Stau, die Bahn .... auf jeden Fall ist jemand anders Schuld (Täter). Du bist das Opfer und kannst nichts für die Umstände. Und die Person, die auf dich gewartet hat, soll dich jetzt aus deinem Dilemma (aus dem versteckten Schuldgefühl) befreien, also Retter sein. Anstatt einfach zu sagen: Sorry, ich bin zu spät losgegangen, versuchen wir die Verantwortung jemanden oder etwas überzuhelfen, der gar nichts damit zu tun hat.

Dieses Spiel spielen wir den ganzen Tag. Du sagst etwas zu deiner Kollegin und sie fühlt sich beleidigt bzw. verletzt. Aber sie ist nicht in der Lage, etwas zu erwidern. Also geht sie zur Chefin und beschwert sich. Oder du ärgerst dich über eine Kollegin und beschwerst dich, anstatt mit der Kollegin zu sprechen. Du verstehst das Prinzip?


Warum machen wir das? Naja, wir haben gelernt, dass Verantwortung für das eigene Tun zu übernehmen mit unangenehmen Konsequenzen geahndet wird. Ganz früh wird uns das antrainiert und vorgelebt. Es ist viel einfacher, die "Schuld" auf jemand anderen zu schieben. Und so stehen wir nie zu uns selbst. Wir geben die Verantwortung und damit die Macht über unser Leben ab und verstricken uns immer mehr.


Ich wurde als Kind öfter zum Täter gemacht (nicht nur ich, sondern du sicher auch). Und es war für mich sehr schlimm, denn ich habe nichts gemacht oder nicht böswillig gehandelt und wurde bestraft. Das macht heute noch etwas mit mir. Wenn jemand mich zum Täter macht, weil diese Person gerne das Opfer ist, habe ich ein Riesenproblem. Ich fühle mich angegriffen und fälschlich beschuldigt. Das ist ja auch so. Und schwupps, bin ich das Opfer. Und nun streiten wir uns darum, wer das Opfer ist und hoffen, dass der Prinz auf dem weißen Pferd daher kommt und uns errettet. Das wird nicht passieren. Das wissen wir alle und doch hoffen wir weiter, streiten uns weiter und wenn gar nichts mehr geht, ziehen wir uns beleidigt zurück.


All das kann sofort aufhören, wenn wir Verantwortung für unser Tun übernehmen und dies auch deutlich und freundlich kommunizieren. Doch da liegt das nächste Problem. Ich soll jemanden sagen, wie ich mich fühle und mich abgrenzen? Dann könnte die andere Person ja auf mich sauer sein. Puh! Da kommt die Angst vor Liebesentzug - people pleasing. Das wäre dann das nächste Thema für einen Blogeintrag.

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