Wie wir uns unser Leben schön reden
Aktualisiert: 7. Okt.

Du weißt, eigentlich müsstest du den Job kündigen. Aber dann geht es ein paar Tage wieder besser und du sagst dir, dass es ja gar nicht so schlimm ist. Du weißt, du müsstest eigentlich konsequenter mit deinen Kindern sein. Aber dann jammern sie oder sind bockig. Es ist leichter, den Müll selbst rauszubringen. Du weißt, du solltest diese Freundin eigentlich nicht mehr einladen. Aber dann tut sie dir leid. Naja, eigentlich ist sie ja ganz nett. Du weißt, du solltest endlich mal weniger trinken und mehr auf deine Gesundheit achten. Aber heute nicht, heute war es zu stressig. Du weißt, du solltest eigentlich nicht mit ins Kino gehen, weil du erschöpft bist. Aber deine Freundin ist ja neulich auch mitgekommen, obwohl sie keine Lust hatte. Dann gehe ich eben morgen früher ins Bett. Wird schon gehen.
Diese oder ähnliche Beispiele kennst du auch. Du weißt genau, was du eigentlich tun solltest. Und doch machst du es nicht. Woran liegt es? Hast du eine Idee?
Ich habe dazu einige Theorien. Wir bewegen uns alle in unserer Komfortzone. D.h., du bewegst dich sicher in ihr. Du kennst die Spielregeln, du kennst die Menschen und ja, du bist vielleicht genervt, aber das ist der Preis für dein Gefühl der Sicherheit. Etwas zu verändern, etwas Neues zu machen, birgt Risiken, die du nicht einschätzen kannst. Und das verunsichert dich und lässt dich zögern. Je länger du in deiner Komfortzone verharrst, desto schwieriger wird es sie zu verlassen. Das ist eine Theorie.
Eine weitere Möglichkeit ist, dass du etwas verstanden hast. Du liest einen Beitrag auf Social Media oder hörst einen Podcast und plötzlich wird dir klar, warum du in bestimmten Situationen immer wieder gleich reagierst. Das fühlt sich gut an. Endlich hast du eine Erklärung. Doch etwas zu verstehen bedeutet noch lange nicht, es auch verändern zu können. Wenn du das nächste Mal in der gleichen Situation bist, reagierst du vielleicht trotzdem wieder genauso wie vorher. Zwischen Erkenntnis und wirklicher Veränderung liegt ein weiter Weg.
Ich kenne noch einen anderen Grund, warum du etwas vielleicht nicht änderst. Das Gefühl, nichts Besseres zu verdienen, lässt uns in Situationen bleiben, die uns nicht gut tun. Dieses Gefühl kann so tief in dir verborgen sein, dass du es nicht einmal bemerkst. Du glaubst tief in dir, dass du es nicht wert bist. Und somit änderst du nichts.
Ein weiterer Grund könnte ein tiefes Gefühl der Schuld sein. Schuld können wir Menschen nur sehr schwer aushalten. Deshalb bleiben wir in einer Beziehung, sagen nicht Nein, kündigen nicht den Job. Wir reden uns ein, dass es doch alles gar nicht so schlimm ist, dass es anderen viel schlechter geht oder dass wir nicht so zickig sein sollen. Wenn du dich schuldig fühlst, versuchst du alles zu vermeiden, was dieses Gefühl verstärken könnte.
Oder eine andere Möglichkeit ist, du glaubst, du hast unendlich viel Zeit. Den Job kann ich immer noch kündigen. Ich bleibe in der Beziehung bis die Kinder groß sind. Nach Weihnachten fange ich wirklich an, mich gesünder zu ernähren usw. Doch irgendwann stellst du fest, dass du viele Chancen in deinem Leben verpasst hast.
Stell dir vor, du sitzt mit 80 im Schaukelstuhl und schaust auf dein Leben zurück. Was willst du sehen? Willst du sehen, wie du mutig deine Ängste angegangen bist? Oder willst du sehen, dass du dein Leben hättest ändern können, aber es dir immer wieder schön geredet hast? Willst du auf ein glückliches Leben zurückschauen? Dann musst du es JETZT leben. Irgendwann ist es zu spät.
Es ist nicht leicht, unseren inneren Glauben zu ändern. Es ist auch nicht leicht, die Komfortzone zu verlassen. Aber es ist möglich. Vielleicht brauchst du nur jemanden, der dich an die Hand nimmt und dich ein Stück begleitet.
Melde dich bei mir, wenn du bereit bist, wirklich dein Leben in die Hand zu nehmen!




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