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Kreislauf der Angst

frauweber
1. Okt.
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 6 Tagen


Ängste und Panikattacken haben in den letzten Jahren stark zugenommen, vor allem bei jungen Frauen. Ich finde das wirklich erschreckend. Sollten Jugendliche nicht frech, fröhlich, frei und wild sein? Stattdessen sitzen viele in ihren Zimmern vor einem viereckigen Bildschirm und hängen in dieser digitalen Parallelwelt fest.


Ich habe mir viele Gedanken gemacht, warum Ängste so zugenommen haben. Ich habe ein paar Ideen, ob die stimmen, weiß ich nicht. Du kannst hier gerne einen Kommentar dazu lassen.


Ich denke, dass der Konsum von fragwürdigen, ängstigenden digitalen Inhalten jeglicher Form dazu beiträgt, Ängste zu entwickeln. Wir werden ja im Minutentakt mit schlechten, dramatisch aufgebauschten Nachrichten konfrontiert. Ich habe mit Corona meinen Fernseher rausgeschmissen und das Radio abgestellt, weil mir das alles zu viel war.


Unser Gehirn kann nicht unterscheiden, ob Angst real ist oder "nur" eingebildet. Auf Bedrohung reagiert unser Körper mit dem sogenannten Fight-or-Flight-Response, also es bleibt nur Kampf oder Flucht. Beides sorgt dafür, dass Adrenalin in deinen Körper gepumpt wird, damit du kämpfen oder schnell wegrennen kannst. Bleibst du sitzen, fängt durch das Adrenalin dein Herz an zu rasen, bekommst du Atemnot, Bauchweh, Durchfall und ähnliche Symptome. Dein Körper ist auf Kampf oder Flucht vorbereitet, aber wenn du in Angst erstarrst, weiß er nicht, wohin damit. Die Energie, die dein Körper bereitgestellt hat, muss irgendwo hin, deshalb fängt er an zu zittern und dein Puls beschleunigt sich.


Ein anderer Faktor, den ich beobachtet habe, ist extremer Druck in der Schule und vielleicht auch durch die Familie. Mädchen tendieren dazu, brav zu sein, sich anzupassen und harmoniebedürftiger zu sein als Jungs. Durch diesen Druck, den sie sich irgendwann auch selbst machen, fangen sie an, perfekt sein zu wollen. Das kann auf die Schule bezogen sein oder auf ihren Körper. Perfektionismus ist anstrengend und eh nicht wirklich erreichbar. Wenn der Druck groß ist, dann wird jeder noch so kleinste "Fehler" zu einer Katastrophe. Alles wird in Frage gestellt und die Welt scheint unterzugehen. Das macht Angst, das macht Panik.


Die Welt war noch nie sicher, doch heute kommt noch dazu, dass wir eine Nachricht mehrfach hören und sie dadurch deutlich stärker in unser Bewusstsein tritt. Und ja, vielleicht ist die Welt wirklich unsicherer geworden. Doch nun hören Mädchen oft, sie sollen sich nicht so aufreizend anziehen oder am besten gleich verschleiern, damit ihnen nichts passiert. Damit wir ihnen vermittelt, sie seine selbst Schuld, wenn Übergriffe geschehen. Das alte Patriarchat schlägt zurück.


Was mir auch aufgefallen ist: Normale Dinge werden zur Gefahr deklariert - die Sonne ist plötzlich gefährlich, das Essen macht krank, wenn du dich nicht impfen lässt, gefährdest du andere, eine Viruserkrankung kann tödlich verlaufen (das war früher auch schon so) usw. Alles wird dramatisch dargestellt. Warum? Nun, in der Werbebranche ist seit Jahren bekannt, dass "Sex & Fear sells", also Sex verkauft gut und Angst ebenfalls. Warum wohl wurden lange Autos mit vollbusigen, halbnackten Frauen beworben. Keine Frau fährt so Auto.


Warum soll die Sonne plötzlich gefährlich sein? Hier kann man wunderbar Produkte mit Sonnenschutz verkaufen. Mit jeder Angst entsteht ein neuer Markt. Außerdem brauchen dann alle D3, weil nur durch Sonnenlicht Vitamin D in unserem Körper gebildet werden kann. Wenn ich etwas lese oder höre, was in mir Angst auslösen soll, frage ich mich: Wer hat etwas davon? Und was soll mir hier verkauft werden?


Das Leben an sich scheint unendlich viele Gefahren zu bergen. Mehr als früher. Doch das stimmt pauschal nicht so. Dieses Gefühl wird immer wieder erzeugt und so empfinden wir es irgendwann als real.


Was heute fehlt, ist oft der gesunde Menschenverstand und Vertrauen. Vertrauen in Gott. Vertrauen ins Leben. Die Gesellschaft erzählt uns seit vielen Jahren, dass wir selbst für unser Schicksal verantwortlich sind. Das stimmt. Aber nur zum Teil. Wenn ich keinen Glauben, kein Vertrauen habe, an wen wende ich mich in der Not? Eltern können nicht permanent aufpassen und Schutz bieten.


Unsere Gesellschaft tut so, als ob wir unsere Kinder stark machen wollen. Doch schau dir doch mal unser Bildungssystem an. Fehler werden häufig bestraft. Je nach Lehrer mit Meckern und einer schlechten Note. Wenn Verhalten einer bestimmten Norm entsprechen muss, können kleine Fehltritte schnell zu Ausgrenzung oder Herabwürdigung führen. Das macht etwas mit den Kindern. Vielleicht mehr als dir bewusst ist.


Was können wir tun? Als Eltern, als Gesellschaft? Wir müssen aufhören, jeden Fehler zu bestrafen. Und sei es durch eine schlechte Note. Das demotiviert. Eigentlich sind Fehler dazu da, um daraus zu lernen und zu erkennen, was man beim nächsten Mal anders machen kann. Wir müssen den Druck reduzieren. Menschen so annehmen wie sie sind - alle, auch die normalen. Und vielleicht brauchen wir wieder einen Glauben. Nicht an die Technik sondern an eine höhere Macht, an das Universum, etwas, das uns lenkt und führt.

 
 
 

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